Was ist das F-Balance Konzept?

Das F-Balance-Konzept bedeutet im Wesentlichen die Berücksichtigung der funktionalen Sohle des Hufes in Bezug auf die longitudinale Flexibilität der Hornkapsel.

Das F-Balance-Konzept ist ein neues Konzept der Hufbearbeitung, das sich an natürlichen Referenzpunkten des Hufes orientiert und exakt messbar und reproduzierbar ist. Durch Berücksichtigung der Flexibilität des Hufes kann der Huf wieder in seine individuelle Balance gebracht werden.

Ein wichtiger natürlicher Faktor manifestiert sich sichtbar am Huf. Es ist die funktionelle Sohle, die für das Niveau 0 – „null“ – steht.

Daniel Anz nannte diese Art der Hufbearbeitung F-Balance. Das darin enthaltene „F“ weist auf die Bedeutung der Flexibilität hin..

Eine korrekte Beurteilung der funktionalen Sohle ohne die gleichzeitige Berücksichtigung der longitudinalen Flexibilität der Hornkapsel ist nicht möglich.

Mögliche F-Balance-Niveaus

Ausschneiden auf Niveau 0, +1, +2, +3, …, je nach Fall, aber nie auf -1, -2, …

Niveles de recorte BF

Die longitudinale Flexibilität des Hufes ist entscheidend für das Wohl des Pferdes. Durch diese Flexibilität kann die Verteilung des Gewichtes auf unebenen Böden vom Huf aufgefangen werden, ohne die Gelenke, Sehnen und Bänder der Gliedmaßen zu überlasten.

Mit Hilfe der F-Balance ist der Hufbearbeiter in der Lage, die Gewichtsverteilung eines jeden Hufes exakt zu kontrollieren und einzustellen. Die 3 traditionellen Balancen x, y und z (aus dem Englischen: x = medio-lateral, y = rotational z = Fesselstand) ergeben erst zusammen mit der F-Balance ein absolut ausbalanciertes Pferd!

Die F-Balance existiert seit es Pferde gibt. Man sieht sie an JEDEM einzelnen Huf, egal ob gesund oder krank, schief oder perfekt. Es liegt nur an uns, sie zu erkennen, zu respektieren und bei der Hufbearbeitung anzuwenden.

Der Huf stellt ein System mit einer sehr flexiblen Hornstruktur dar, das, als Reaktion auf einwirkende Kräfte, folgende Bewegungsmöglichkeiten hat:

1- Horizontale Bewegung: Auch bekannt als klassischer Hufmechanismus. Sie ensteht wenn der Huf in der Stützphase belastet wird und die Hornkapsel durch den Druck der einfallenden Last des Pferdes und des Bodengegendruckes deformiert wird. Die horizontale Weitung übersteigt auch in extremen Fällen nicht mehr als 5 bis 6 Millimeter.

2- Longitudinale Bewegung: Die Flexibilität des Hufes entlang der Hochachse (proximo-distal) ist eine natürliche Eigenschaft, die zum Huf des Pferdes gehört. Sie heutzutage nicht zu berücksichtigen, wäre so, als verneine man die Existenz von Wasser im Ozean!

Die Hornkapsel hat die bemerkenswerte Eigenschaft, sich Dank ihrer Elastizität anpassen und verformen zu können. Diese Besonderheit erlaubt dem Huf, durch reversible Formveränderungen auf einwirkende Kräfte reagieren zu können.

Die longitudinale Flexibilität des Hufes ist der Kern des F-Balance-Konzeptes. Sie macht es möglich, eine zu starke, einseitige Belastung des Hufes in Richtung Hufmitte zu verschieben und dadurch die Belastungssituation zu verbessern, ein verbessertes Gleichgewicht des Pferdes zu erreichen, und eine korrekte Belastungssituation zu erhalten oder wieder herzustellen.

Prinzipielle Funktion der F- Balance

Die F-Balance hilft dem Huf, den vom Pferdegewicht erzeugten Druck auf den Boden wieder so gleichmäßig wie möglich auf den gesamten Huf zu verteilen. Außermittige Druckschwerpunkte werden zur Hufmitte hin verlagert, um die Gliedmaßenachse zu stabilisieren.

Die Schwebe

Die longitudinale Flexibilität des Hufes  ist der Schlüssel, um einen schiefen Huf ausbalancieren zu können. Die (Trachten-)Schwebe erscheint dann als Höhenunterschied zwischen den beiden Hufhälften, wenn der Huf ein medio-laterales Ungleichgewicht hatte und unter Berücksichtigung seiner natürlichen Grenzen ausgeschnitten wurde.

Die natürliche Bewegung der Hornkapsel

Die longitudinale Flexibilität des Hufes ist möglich, weil er an seinem hinteren Teil, zwischen den Trachten, offen und an der Zehe geschlossen ist. Das Beispiel im Video zeigt einen Huf, der entlang der natürlichen Grenze, der funktionalen Sohle, ausgeschnitten wurde und verdeutlicht die Bewegung dieser natürlichen Grenze!

Daniel Anz sagt:

„Seit ich 1999 begann, die longitudinale Flexibilität des Hufes zu beobachten, hat sich mein Leben für immer verändert. Früher war mir nur der horizontale Hufmechanismus bewusst, und ich arbeitete nach traditionellen Methoden. Doch nachdem ich die natürliche Funtion des Hufes wirklich verstanden hatte, und bei der Hufbearbeitung die longitudinale Flexibilität beachtete, konnte ich nicht mehr zurück, um einen Huf nach traditionellen Techniken zu bearbeiten. Wirklich nie mehr!“

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